Unglaublich, aber wahr: Der letzte Tag unserer Konzertreise stand auf dem Programm. Ort des Geschehens sollte an diesem Abend die Tonhalle in Düsseldorf werden. Dieses ursprüngliche Planetarium ist aufgrund seiner riesigen halbrunden und mit Leuchtdioden ausgestatteten Kuppel und der kreisrunden Verteilung der Sitzplätze der wohl bisher außergewöhnlichste Konzertsaal. Die üblicherweise stattfindenden Ü-50-Hochkultur-Parties wichen an diesem Abend einem in vielerlei Hinsicht ganz besonderen Clueso & Stüba-Konzert. Bereits während des Soundchecks am Nachmittag wurden die emotionalen Synapsen auf eine harte Probe gestellt: Jens, einer der Drahtzieher und Hauptverantwortlichen dieses Projekts, richtete das Wort an alle Mitreisenden und bedankte sich für den leidenschaftlichen Einsatz und die großartigen und aufregenden letzten Tagen. Besonderer Dank ging an den Dirigenten der STÜBA philharmonie Martin Lentz, der seinen 40. Ehrentage feierte. Natürlich ließen es sich die Stübianer auch nicht nehmen, Martin während des Konzerts zu überraschen und vollkommen aus der Fassung zu bringen. Mitten im Konzert übernahm das Orchester die Regie und spielte ein Geburtstagsständchen für den Dirigenten, der aus allen Wolken fiel und die Hände über dem Kopf zusammen schlug. Das Publikum tobte und wurde Teil dieser unbeschreiblichen und einzigartigen Stimmung, die durch die STÜBA philharmonie nicht nur Abend für Abend, sondern rund um die Uhr transportiert wurde.
Niemand wollte die Bühne verlassen, doch die Fahrt zurück in unsere Jugendherberge stand auf dem Programm. Der Abschluss-Blues währte jedoch nicht lang an und natürlich wurde auch an diesem Abend wieder bis in die frühen Morgenstunden gelacht, getanzt und gesungen.
Der Tag der Kronen beginnt glücklicherweise erst zu späterer Stunde und mit einem leckeren Frühstück mit Hackbraten, Petersilienkartoffeln und Gemüse. Nach einer kurzen Verdauungspause stiegen Orchester, Band und Crew in die Busse und tuckerten in die Bochumer Jahrhunderthalle. Beeindruckend, ungewohnt, aber auch etwas befremdlich war die gesamte Atmosphäre und Organisation der Eins Live Krone. Scheinbar sind hier nur Musik-Biz-Pros am Werk, alles ist minutiös getimt und hat seinen festen Platz.
Die Generalprobe am Nachmittag brachte etwas Abwechslung in den gewohnten Stübianer Rhythmus. Zwei Moderatoren des Senders kalauerten um die Wette und ließen erkennen, welch anspruchsvolle Fernsehgeschichte in dieser Nacht geschrieben werden wird. Anschließend wurde die Zeit genutzt um Flammkuchen zu essen, die Instrumente zu stimmen oder den Beamer in unserem Backstage aufzubauen. Eröffnet wurde der Abend punkt 20.00 Uhr von Clueso und der STÜBA philharmonie mit dem Song "Gewinner". Im Gegensatz zu den vorangegangenen Konzerten war dieses Zwischenspiel recht kurz, dafür aber umso aufregender. Nach fünf Minuten saß die gesamte Mannschaft wieder hinter der Bühne und fieberte den Verleihungen für den "Besten Künstler/Beste Künstlerin" und dem "Beste Single" entgegen.
Jubel, Trubel, Heiterkeit herrschte nicht nur bei Orchester und Crew, sondern auch in den Reihen des Publikums, als Clueso nicht nur die erste Krone als "Bester Künstler" absahnte, sondern auch dem Gewinner-Song die Krone aufgesetzt wurde. Heike Makatsch hielt gerade ihre Ode an die Fantastischen Vier als Clueso mit den beiden Kronen hinter die Bühne in den Stüba-Backstage stiefelte. 100 Leute kreischten und applaudierten, umarmten und beglückwünschten sich als Cluesn die Trophäe in die Luft streckte.
Die unglaublich bewegte und frohe Stimmung fand seine Fortsetzung auf der After-Show-Party, bei der das Clueso-und-Baris-DJ-Team "Discostress" einen Knaller nach dem anderen auf die Plattenteller haute. Neben Promis der Kategorien A bis C tanzten und feierten die Stübas in gewohnter Manier auf dem Tanzflur bis in die Puppen oder zumindest bis unsere Busse unter Protest wieder in Richtung Jugendherberge fuhren. Natürlich nahm die Feierei dort auch noch kein Ende, schließlich haben wir ja zwei Kronen gewonnen. Den morgentlichen Kater auf dem Weg zum letzten Konzert in Düsseldorf bereute keiner.
Heute war ein anstrengender, aber auch ein sehr schöner Tag.
Nach dem Frühstück ging es zunächst in die Jahrhunderthalle zum Soundcheck für unseren Auftritt morgen bei der 1LIVE Krone.
Das ganze Setting und der besondere Blick hinter die Kulissen war für viele von uns eine ungewöhnliche und interessante Erfahrung. Nach dem Soundcheck fuhren wir weiter nach Essen, um unser zweites Konzert in der Zeche vorzubereiten. Als es schließlich soweit war und wir wieder auf der Bühne saßen bzw. standen, fühlten wir uns schon fast ein bisschen heimisch.
Die Stimmung während des Konzerts war sehr angenehm, obwohl Cluesen seine Stimme heute etwas schonen musste und nicht alle Titel zum Besten geben konnte. Nach der Show hatten einige von uns noch die Gelegenheit sich bei Cluesens Frisör einen neuen Haarschnitt verpassen zu lassen. Da wir am nächsten Morgen ausschlafen konnten, fanden wir am Abend in der Jugendherberge auch noch genügend Zeit, um länger zu feiern oder sich in lustiger Runde entspannt zu unterhalten.
Heute, am Dienstag, stand unser erstes ausverkauftes Konzert in Essen auf dem Programm. Nach dem Auschecken aus unseren Bungalows in Frankenau und einem ausführlichen Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Soundcheck in interessanter Ambiente der Zeche Zollverein. Die Crew, allerdings, ist direkt nach dem Konzert in Kassel mit dem Nightliner, indem sie auch geschlafen haben, nach Essen gefahren, um pünktlich 7.30 Uhr die Trucks mit Technik und Instrumenten zu entladen und aufzubauen.
Nach der Show in Kassel wurde die Atmosphäre während des Konzerts heute trotz des ungewöhnlichen Bühnenaufbaus von den meisten von uns als sehr entspannend empfunden. Auffällig waren die Nähe zum Publikum und der gute Sound in der Halle. 800 Besucher saßen anfangs zwar noch eher zurückhaltend auf ihren Stühlen, aber im Laufe der Show riß Cluesen auch die letzten von ihren Sitzen und brachte den Saal zum Kochen. Es war ein unglaublich gutes Konzert und die fantastische Stimmung war auch noch lange nach dem Einchecken in unserer Jugendherberge in Bochum bis in die späten Abendstunden hinein im ganzen Team zu spüren.
Nach langer Vorfreude und unglaublich intensiver Vorbereitung war es endlich soweit: mit 120-köpfiger Crewbesetzung, einem spitzenmässigen Programm und viel guter Laune konnte die Tour beginnen! Allerdings gab es gleich am Anfang ein kleines Problem. Unser gemieteter 40t Tourtruck reichte für die vielen Instrumente, die Technik und den ganzen Rest nicht aus - ein zweiter Truck musste angemietet werden.
Schließlich starteten wir vom Zughafen aus in Richtung Ludwigshafen, unserer ersten Station auf unserer 10-tägigen Tour. Bis zu unserem ersten Konzert am Freitag hatten wir nochmal Gelegenheit, uns als Team sowohl musikalisch als auch menschlich aufeinander einzuspielen. Neben den ersten, für viele anfangs noch ungewohnten Soundchecks und dem finalen Feinschliff an Technik und Showdetails blieb auch noch genügend Zeit für ein neues kennenlernen oder ein weiteres zusammenwachsen, für Partys im nahegelegenen Nachtclub, für Kickerspiele, kleine Stadtbesichtigungen, letzte Einkäufe von Konzertkleidung oder einfach nur für schöne Gespräche in kleinerer oder größerer Runde.
Das Feierabendhaus in Ludwigshafen war mit 1400 Menschen gefüllt und für uns durfte es nun beginnen.
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